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Souveräne Cloud für KRITIS-Unternehmen

Wie souverän muss Cloud im KRITIS-Umfeld sein? Strategie für einen Übertragungsnetzbetreiber.

#cloud #energy #strategy
Stadt bei Nacht

Unser Impact

  • Exit-Strategie für KRITIS-Unternehmen in nur drei Monaten

  • Analytische Bewertung von 12 europäischen Cloud-Providern

  • Passgenaue Empfehlung für souveräne europäische Cloud-Alternativen

Die Challenge

  • Sicherstellung rechtlicher und datenbezogener Souveränität
  • Bewertung potenzieller Risiken durch exterritoriale Zugriffsmöglichkeiten z.B. US Cloud Act
  • Transparenz über bestehende technologische Abhängigkeiten und Vendor-Lock-in-Effekte
  • Berücksichtigung einer komplexen Schnittstellenlandschaft
  • Gewährleistung eines unterbrechungsfreien Betriebs
  • Nachvollziehbare Kosten- und Risikobetrachtung möglicher Migrationspfade

Als Übertragungsnetzbetreiber trägt man Verantwortung für die sichere Stromversorgung von Millionen Menschen sowie Industrie und Wirtschaft. Entsprechend müssen auch zentrale IT-Systeme langfristig kontrollierbar bleiben. Digitale Souveränität ist daher für Betreiber kritischer Infrastruktur Teil der unternehmerischen Verantwortung und Voraussetzung für langfristige Handlungsfähigkeit.

Um überregionale Stromnetze betreiben und Strom über längere Distanzen transportieren zu können, ist die Koordination und Kommunikation aller beteiligten Netz- und Anlagenbetreiber entscheidend. Durch regulatorische Anforderungen wie Redispatch 2.0 hat sich dieser Abstimmungsbedarf in den letzten Jahren deutlich erhöht. Dafür betreibt unser Kunde eine cloudbasierte Plattform, die geschäftskritische Prozesse unterstützt und wesentlich zur Bewältigung von Netzengpässen beiträgt. Diese lief bisher produktiv über einen US-amerikanischen Cloud-Anbieter. Technisch stabil – aber mit starker Bindung an einen internationalen Hyperscaler.

Vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen und geopolitischer Entwicklungen sollten mögliche Migrationsszenarien und eine Exit-Strategie entwickelt werden.

Die Lösung

Digitale Souveränität ist ein viel diskutierter Begriff, aber in der Praxis bleibt er jedoch häufig abstrakt. Gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber definierten wir daher digitale Souveränität erstmal entlang klarer Kriterien, um diese besser messbar zu machen:

  • Datenresidenz und juristische Zugriffsmöglichkeiten

  • Technologische Abhängigkeiten und Austauschbarkeit

  • Interoperabilität und Portabilität

  • Regulatorische Konformität

Den Begriff digitale Souveränität überführten wir damit aus der strategischen Diskussion in ein belastbares Bewertungsmodell. Dabei erfassten wir rechtliche, technologische und betriebliche Aspekte strukturiert und gewichteten sie entsprechend der Kritikalität einzelner Workloads. So wurde erstmals sichtbar, wo tatsächlich kritische Abhängigkeit besteht, wo Lücken sind – und welche Teile der Plattform sich grundsätzlich migrieren lassen.

Systematische Marktanalyse und Anbieterbewertung 

Mit klar definierten Kriterien im Hintergrund analysierten wir den europäischen Cloud-Markt gezielt für die Anforderungen eines KRITIS-Unternehmens. Entscheidend war dabei nicht die Frage, welche Anbieter existierten, sondern welche davon unter realen Betriebsbedingungen eine tragfähige Architektur darstellten. 

Potenzielle Anbieter bewerteten wir hinsichtlich regulatorischer Konformität, funktionaler Gleichwertigkeit, Integrationsfähigkeit und langfristiger Austauschbarkeit. Gleichzeitig analysierten wir die bestehende Plattformarchitektur im Detail: genutzte Services, Integration, Abhängigkeiten und kritische Prozessketten. 

Vom Szenario zur realistischen Transformationsstrategie

Damit sich ein möglicher Wechsel auch technisch und organisatorisch umsetzen lässt, analysierten wir kritische Prozessketten, Schnittstellen und Betriebsanforderungen. Wir identifizierten funktionale Lücken und bewerteten Architekturentscheidungen systematisch. Das Ergebnis war kein abstraktes Zielbild, sondern konkrete Lösungsszenarien für alternative Cloud-Umgebungen. Mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und technische Nachhaltigkeit fiel der Fokus auf einen Cloud-native-Replatforming-Ansatz.


What the experts say

  • »Digitale Souveränität wird im KRITIS-Umfeld immer wichtiger und entscheidet über langfristige Handlungsfähigkeit. Unser Ziel war es, diese strategische Frage in konkrete technische Optionen und eine realistische Cloud-Strategie zu übersetzen. Denn nur so entsteht echte Entscheidungsfreiheit.«


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Felix Trost

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