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Die einzige Konstante ist die Veränderung – Heartbeat Interview mit Marc Zottner 

Marc Zottner ist Fellow bei Exxeta und beschäftigt sich mit einem Thema, das aktueller kaum sein könnte: IT-Modernisierung. Der gebürtige Franzose lebt seit 20 Jahren in Deutschland und spricht mit uns über die Kunst, alte Systeme in die Zukunft zu führen, über japanische Gelassenheit und warum die einzige Konstante für ihn die Veränderung ist.

Wofür schlägt dein Herz bei Exxeta, Marc? 

Ich habe seit über 20 Jahren in vielen europäischen Organisationen gearbeitet und gesehen, dass Vertrauen, Lernbereitschaft und Zusammenarbeit die wichtigsten Faktoren für erfolgreiche und effiziente Projekte sind. Was ich bei Exxeta gefunden habe, ist genau das: eine generative Kultur, in der Menschen füreinander da sind, voneinander lernen und gemeinsam den Markt verändern. Unsere Kolleg:innen stecken unglaublich tief in den neuesten Methoden und Techniken, sind mutig und nehmen auch Projekte an, vor denen andere zurückschrecken. Das begeistert mich jeden Tag. 
 

Du bist Fellow bei Exxeta und beschäftigst dich mit IT-Modernisierung. Was genau machst du?


Bei Exxeta bin ich so etwas wie der Multiplikator fürs Thema Modernisierung: Ich bringe es strategisch und operativ voran – mit unseren Kund:innen und im Aufbau unseres eigenen Modernisierungsportfolios. Unser Ziel ist es, Wissen zu teilen, Methoden zu standardisieren und die Modernisierung effizienter skalierbar zu machen.  

Dabei ist IT-Modernisierung für Exxeta kein neues Thema. Wir begleiten Kund:innen schon seit vielen Jahren dabei, ihre Systeme fit für die Zukunft zu machen. Für uns hat das aber eine besondere Bedeutung: Fast alles, was wir heute strategisch und technologisch tun, baut darauf auf. Ohne eine moderne IT-Landschaft gibt’s keine stabile Basis für Innovation – und schon gar nicht für Themen wie KI, Data oder Cloud. 

Was fasziniert dich so an Modernisierung? 

Modernisierung vereint für mich Archäologie und Architektur: Man gräbt alte Systeme aus, versteht, wie sie gewachsen sind, und entwirft neue Strukturen, die in die Zukunft passen. In einer Welt, in der sich Technologie ständig verändert, ist Modernisierung der Weg, um sich anzupassen. 
 

Sobald Code geschrieben ist, beginnt er zu altern. Modernisierung hält ihn zeitlos.
Marc Zottner

Was meinst du, wenn du sagst, dass du „das Modernisierungsportfolio standardisieren möchtest”? 

Modernisierung ist ein extrem breiter Begriff. Im Moment fokussieren wir auf drei große Themenbereiche: Erstens die strategische Analyse bestehender IT-Landschaften – also zu verstehen, was transformiert werden soll, wo Potenziale liegen und wie die Zielarchitektur aussehen kann. Zweitens die technologische Transition – Anwendungen sicherer, performanter und moderner zu machen, ohne ihren Funktionsumfang zu verändern, zum Beispiel durch Containerisierung oder Optimierung der Lieferkette. Und drittens die grundlegende Modernisierung von Monolithen – also riesigen Altsystemen, die über Jahrzehnte gewachsen sind und nun Stück für Stück in moderne Architekturen überführt werden. Unser Ziel ist, solche Monolithen in kleinere, eigenständige Anwendungen zu zerlegen – so wie ein Orchester, das nicht mehr von einem Dirigenten zentral gesteuert wird, sondern wie ein Jazz-Ensemble, in dem die Musiker aufeinander reagieren. Das macht Systeme agiler, skalierbarer und einfacher zu warten. 

In welchen Branchen siehst du das größte Potenzial für Modernisierung? 

Überall, ehrlich gesagt. Besonders groß ist es im öffentlichen Sektor – dort laufen viele kritische Systeme, die für uns alle wichtig sind. Aber auch im Finanzwesen, in der Industrie oder im Automotive-Bereich steckt riesiges Potenzial: Wo digitale Services das Geschäft treiben, macht Modernisierung einen großen Impact.  

Spannend ist, wie sich Technologien gegenseitig hochziehen. Ohne moderne IT und Cloud wäre KI nicht möglich gewesen. Heute drehen wir den Spieß um: KI wird zum Werkzeug, das IT-Systeme schneller und effizienter macht. Statt manuell durch Zeilen alten Codes zu wühlen, helfen uns Agenten hochautomatisiert dabei, Muster zu erkennen, Abhängigkeiten und Geschäftslogik zu verstehen und Prozesse zu optimieren. Das öffnet plötzlich Türen in Branchen, die lange feststeckten. Themen, die seit Jahren auf Roadmaps schlummern, kommen endlich ins Rollen - mit massivem Business Impact.

Wann merkst du, dass ein Modernisierungsprojekt richtig ins Rollen kommt? 

Das passiert, wenn Menschen und deren Organisationen anfangen ihre Arbeitsweise zu verändern. Technologisch ist fast alles machbar – die echte Herausforderung: den natürlichen Widerstand gegen Veränderung zu überwinden. Der entscheidende Moment ist, wenn ein Team versteht, dass Modernisierung kein Risiko, sondern eine Chance ist. Dann fangen die Dominoeffekte an: die Kommunikation wird transparenter, die Menschen leidenschaftlich offener für etwas Neues, und die Ergebnisse sprechen für sich. 

Abseits der Arbeit: Du reist viel. Was bedeutet Reisen für dich? 

Reisen ist für mich pure Inspiration. Es erdet mich und hilft mir, andere Perspektiven einzunehmen. Japan war für mich ein Herzensziel – ich habe dort vieles gefunden, was mich fasziniert: Respekt, Präzision, Harmonie. Die Gesellschaft dort ist in Tradition verankert und trotzdem hochmodern – diese Mischung beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue. 

Du spielst auch Orgel – ein ungewöhnliches Hobby. Wie kam es dazu? 

Musik begleitet mich, seit ich Kind bin. Mit fünf habe ich angefangen Musik zu lernen, dann Piano und Orgel zu spielen. Das Instrument hat mich sofort fasziniert: wenn du in einer Kirche sitzt und die tiefen Register spielen, spürst du die Vibration im ganzen Körper. Beim Spielen nutzt man Hände, Füße und Kopf gleichzeitig, was sowohl meditativ als auch herausfordernd ist. Außerdem ist die Orgel ein uraltes Instrument – das ist ein bisschen wie Zeitreisen. Ich verbinde alte Handwerkskunst mit moderner Technologie, wenn ich heute auf digitalen Orgel Stücke aus dem 17. Jahrhundert spielen kann. 

Gibt es Parallelen zwischen Musik und IT? 

Definitiv. Musik – vor allem die von Bach – ist pure Mathematik und Logik, verbunden mit Emotion. In der IT ist es ähnlich: Wir suchen nach Mustern, nach eleganten Lösungen, nach Harmonie zwischen Struktur und Kreativität. Eine gute Softwarearchitektur funktioniert wie eine gute Komposition – jedes Element hat seinen Platz, aber erst im Zusammenspiel entsteht etwas Erhebendes. 

Ob beim Spielen eines Stücks oder beim Entwickeln eines Systems – es ist ein Prozess, kein Zustand. Und genau das liebe ich daran: Es ist nie fertig. Es entwickelt sich weiter – wie das Leben selbst. 

Danke, Marc. 

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