Die einzige Konstante ist die Veränderung
Marc Zottner ist Fellow bei Exxeta und beschäftigt sich mit einem Thema, das aktueller kaum sein könnte: IT-Modernisierung.
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AI that works

Für die Kombination aus Technik und der Arbeit mit Menschen. Ich arbeite sehr gerne in der Entwicklung, weil man Probleme direkt lösen kann und relativ schnell sieht, ob etwas funktioniert oder nicht. Und gleichzeitig habe ich die Möglichkeit, Menschen über längere Zeit zu begleiten und in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Diese Mischung ist für mich das, was den Job ausmacht.
Ich bin operativ weiterhin stark in Projekten eingebunden, oft als Entwickler oder in einer technischen Leitungsrolle, teilweise auch mit Projektverantwortung. Parallel dazu begleite ich ein Team von aktuell sieben Leuten. Das ergänzt sich ganz gut. Die technische Arbeit sorgt dafür, dass ich nah dranbleibe. Und die Teamverantwortung gibt mir die Möglichkeit, mich stärker auf die Entwicklung der einzelnen Personen zu konzentrieren.

Ich habe Jura komplett abgeschlossen, also beide Staatsexamina gemacht. Schon während des Studiums war aber klar, dass ich in dem Bereich wahrscheinlich nicht langfristig arbeiten möchte. Im Referendariat habe ich dann gemerkt, dass mir vor allem der Arbeitsmodus nicht liegt. Man arbeitet sehr lange auf ein Ergebnis hin, oft unter Zeitdruck, und bekommt dann erst mit Verzögerung Feedback, ob das, was man gemacht hat, überhaupt funktioniert hat. Das hat sich für mich sehr indirekt angefühlt. Deshalb habe ich mich noch vor Abschluss des Referendariats entschieden, umzusteuern und habe direkt im Anschluss ein Studium der angewandten Informatik begonnen.
Ich wollte immer etwas machen, das näher an kreativer Arbeit ist. Ursprünglich hatte ich sogar den Wunsch, Schriftsteller zu werden. In der Informatik habe ich dann etwas gefunden, das für mich sehr ähnlich funktioniert: Man hat ein Problem, entwickelt eine Lösung und bekommt direkt Rückmeldung, ob sie funktioniert. Diese direkten Feedback-Schleifen und die Möglichkeit, Dinge iterativ zu verbessern, haben mir sehr gelegen.
Ja, auf jeden Fall. Zum einen im analytischen Denken. Aber auch darin, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und Dinge gegeneinander abzuwägen. Gerade in der Arbeit mit Menschen hilft das: Man hört verschiedene Sichtweisen, versucht sie zu verstehen und kommt dann gemeinsam zu einer Lösung, die für alle tragfähig ist.

»Wenn ich alles entscheide, habe ich meinen Job falsch gemacht.«
Ich sehe meine Rolle weniger darin, Entscheidungen vorzugeben, sondern eher darin, den Rahmen zu schaffen, in dem gute Entscheidungen entstehen können. Das heißt konkret: viel Austausch, viel Nachfragen und Zuhören, viel Zeit investieren, um zu verstehen, wo jemand steht und wohin er oder sie sich entwickeln möchte.
Erst später wurde mir klar, dass das eigentlich schon Servant Leadership war. Für mich ist es aber vor allem ein sehr praktischer Ansatz: unterstützen statt vorgeben.
Der Unterschied liegt vor allem im Umgang mit Verantwortung. Klassische Führung ist oft stärker darauf ausgerichtet, Entscheidungen zu treffen und die Richtung vorzugeben. Mein Ansatz ist eher, Verantwortung bei den Menschen zu lassen und sie dabei zu unterstützen, damit umzugehen. Das funktioniert gut, braucht aber auch Zeit. Und es gibt Situationen, in denen klarere Orientierung notwendig ist – zum Beispiel, wenn jemand sehr am Anfang steht oder gerade überfordert ist. Dann geht es nicht darum, alles offen zu lassen, sondern darum, das richtige Maß zu finden.
Eine ziemlich große. Bei uns sind Teamverantwortung und Projektverantwortung bewusst getrennt. Das heißt: Die Mitarbeitenden haben bei mir ihre disziplinarische Heimat, arbeiten aber in Projekten mit eigenen Projektleitungen. Das hat einen wichtigen Effekt: Ich bin nicht gleichzeitig dafür verantwortlich, das Projekt voranzutreiben und die individuelle Entwicklung meines Teams zu begleiten.
Wenn es Spannungen gibt, kann ich mich voll auf die Perspektive meines Teams konzentrieren und sie unterstützen – ohne in einen Zielkonflikt zu geraten.
Das macht diese Art von Führung überhaupt erst möglich.

Beides, aber auf unterschiedliche Weise. Die Technik macht mir Spaß und ich will da auch weiterhin drin bleiben. Die Arbeit mit Menschen hat aber eine andere Qualität, weil sie nachhaltiger ist und auf einer persönlicheren Ebene wirkt. Wenn jemand sich weiterentwickelt, selbstständig Entscheidungen trifft und sicherer wird, dann hat das eine echte Wirkung – und das ist für mich ein großer Teil der Motivation.
Ich gehe laufen. Das ist ein guter Ausgleich, weil es sehr klar ist. Kein Kontext, keine Abstimmungen, einfach Bewegung. Und oft hilft es auch, Dinge im Kopf noch einmal anders zu sortieren.