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Für wen relevant: Inverkehrbringer – Retailer (mit Eigenmarken), Private Labels, Handelsplattformen, Internationale Importeure & viele weitere.
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Pflichttermin - 18.02.2027 - für den Batteriepass, im Anschluss folgen jährlich weitere Produktgruppen.
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Komplexität: DPP betrifft alle Abteilungen – nicht nur IT, sondern Einkauf, Vertrieb, SCM & Compliance.
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Was zu tun ist: Jetzt Gap-Analyse starten, Q2–Q4 2026 Pilotphase, Q1 2027 Go-Live – oder 2027 unter Druck arbeiten.

Digitaler Produktpass (DPP) 2027: Von Pflicht zur strategischen Chance
Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) macht es unmissverständlich: Ab 18. Februar 2027 ist der Digitale Produktpass Pflicht. Erst für Batterien, dann schnell für Textilien, Elektronik und eine breite Palette an Consumer Goods. Der kritische Punkt hierbei: Inverkehrbringer – typischerweise Retailer – tragen die volle Verantwortung dafür, dass Daten vorhanden, strukturiert und korrekt sind. Allerdings fehlt 70 bis 80 Prozent aller Retailer eine Strategie dafür, wie sie an die Daten kommen und diese verwalten. In diesem Artikel skizzieren wir eine Roadmap, die exemplarisch zeigt, wie Inverkehrbringer die Herausforderungen, die der DPP mit sich bringt, angehen können.
TL;DR
Was ist der Digitale Produktpass (DPP) und warum ist er relevant?
Der DPP ist ein strukturierter Datensatz, der alle relevanten Informationen eines Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg enthält – abrufbar über einen QR-Code oder digitalen Identifikator für Verbraucher:innen. Er wird dezentral in den IT-Systemen der Unternehmen verwaltet. Auf diese Art und Weise herrscht Transparenz darüber, wo sich die Daten befinden, wann sie zuletzt aktualisiert wurden und wie vertrauenswürdig sie sind. Folgende Produktdaten sollen im DPP hinterlegt sein:
Materialzusammensetzung und Herkunft der Rohstoffe
Nachhaltigkeitskennzahlen (CO₂-Bilanz, Energieeffizienz, Wasserverbrauch)
Reparierbarkeit und verfügbare Ersatzteile
End-of-Life und Recycling-Informationen
Chemische Stoffe und potenzielle Gefahren
Herkunftsinformationen und Produktionsbedingungen
Diese Daten müssen abrufbar, aktuell und korrekt sein. Das ist nicht optional – Produkte ohne korrekten DPP dürfen ab 2027 nicht in die EU-Märkte.
Für wen ist der DPP relevant?
Der wichtigste Punkt: Der DPP betrifft in erster Linie Inverkehrbringer – das sind oft Retailer, nicht Hersteller.
Laut EU-Gesetz haftet nämlich der „Wirtschaftsakteur, der das Produkt erstmals in der EU in Verkehr bringt". Das bedeutet konkret: Auch die Verantwortung für vollständige und korrekte DPP-Daten liegt beim Inverkehrbringer. Das sind typischerweise:
Markeneigene Retailer (Mode-Ketten, Elektronik-Einzelhandelsketten)
Private-Label / Eigenmarken-Betreiber (Handelsmarken, Eigenmarken)
Multi-Brand-Retailer mit Plattformen (Amazon-ähnliche Modelle, Multi-Vendor-Plattformen)
Importeure außerhalb der EU, die als Distributor in der EU tätig sind

Du willst mehr erfahren? Dann sprich mit unserem Experten Jonas Bauch.
Die Realität – Stand Heute
70 bis 80 Prozent der Retailer haben keine klare DPP-Strategie. Sie wissen vage, dass etwas kommt, aber ihnen fehlt eine priorisierte Roadmap, ein Budgetierungsplan, die klare Zuweisung von Ownership und eine abteilungsübergreifende Koordination.
60 bis 70 Prozent verfügen über fragmentierte - also unstrukturierte - Produktdaten:
Materialzusammensetzungen sind teilweise in Excel-Dateien, teilweise bei Lieferanten, teilweise gar nicht dokumentiert
CO₂-Daten und Nachhaltigkeitskennzahlen fehlen komplett oder sind externe Schätzungen
Supplier-Informationen liegen in verschiedenen IT-Legacy Systemen verteilt
QR-Code-Standards sind nicht definiert, Etikettierung nicht harmonisiert
APIs zu Lieferanten und Behördenschnittstellen entsprechen nicht den DPP-Anforderungen
Governance für Datenqualität und Updates fehlt oft
Das Risiko ist unmittelbar: Wenn ein Hersteller die Materialzusammensetzung ändert und der Inverkehrbringer diese Änderung nicht rechtzeitig in den DPP übernimmt, liegt die Verantwortung dennoch bei ihm – inklusive möglicher Konsequenzen.
»Der Digitale Produktpass zwingt Retailer dazu, ihre Datengrundlage neu zu durchdenken. Genau darin liegt die Chance: Wer den DDP strategisch angeht, schafft echte Transparenz über Produkte, Prozesse und Lieferketten.«
- Jonas Bauch, Consultant Digitale Transformation
Dringlichkeit & Timeline
Der Zeitplan ist klar definiert: Ab Anfang 2026 greifen erste rechtliche Anforderungen, 2027 wird der Digitale Produktpass Pflicht. Wer bis dahin keine pilotfähigen Lösungen implementiert hat, wird unter hohem Zeit- und Kostendruck agieren müssen. Dann drohen Umsatzverluste (Produkte nicht verkaufen dürfen), Rush-Investitionen (30 - 40 % höhere Kosten, weil alles schnell gehen muss) und schlechtere Datenqualität (höhere Compliance-Risiken).
Wen im Unternehmen betrifft es? Die gesamte Organisation!
Der Digitale Produktpass ist kein IT-Projekt. Es ist ein unternehmensweites Transformationsprogramm, das alle kritischen Funktionen betrifft:
Einkauf & Procurement
Neue Anforderungen in Lieferantenverträgen. Lieferanten müssen DPP-Daten bereitstellen – standardisiert, validiert, zeitnah. Das bedeutet: neue Audits, neue Agreements, neue Performance-Indikatoren, Lieferanten-Entwicklung für DPP-Readiness.
Warenwirtschaft (ERP) & Systemmanagement
Das Herzstück: ERP-Systeme müssen erweitert werden um DPP-Attribute (Material, CO₂, Reparierbarkeit, etc.). PIM-Systeme müssen aufgebaut oder modernisiert werden. Alle Systeme müssen via APIs miteinander sprechen – nicht per Mail, nicht per Excel-Export.
Supply Chain & Logistik
QR-Code-Integration in Lagerprozesse, Etikettierung, Regalbestückung. End-to-End-Verfolgung von Produktänderungen. Kooperation mit Reparatur- und Recycling-Partnern für End-of-Life-Daten. Änderungsmanagement für Lieferanten-Updates.
Stammdatenmanagement
Zentrale Verantwortung für Datenqualität, Validierung, Governance. Konsistente Attributmodelle über alle Produktgruppen. Versioning und Audit-Trails für jeden Change.
IT & Systemarchitektur
Moderne, API-first-Architektur. Integration mit GS1-Standards und digitalen Linkstandards. Sicherheit und Compliance-Features. Automatisierte Workflows für Updates und Validierung.
Nachhaltigkeit & Compliance
Sicherstellung von Datenvalidität. Preparation für behördliche Audits und Inspektionen. Mapping zu ESG-Reporting-Anforderungen. Dokumentation und Audit-Trails für Nachweisführung.
Vertrieb & Kundenkommunikation
Schulung für Point-of-Sale und Online-Teams. Integration von DPP-Informationen in Website und App. Potenziell neue Services (Reparatur-Nachweise, Recycling-Zertifikate, Transparenz-Features).
Das Kernproblem ist die Koordination über mehrere Abteilungen und zwischen Unternehmen ist die größte Komplexität – nicht die Technologie. Das braucht ein Steering Committee, einen zentralen DPP-Program-Owner und regelmäßige Cross-Functional Syncs.
Umsetzungs-Roadmap: So führt Exxeta in 12 Monaten zur Compliance
Die DPP-Umsetzung braucht strukturierte Planung über drei Phasen. Exxeta begleitet mit bewährter Expertise und klarer Governance.
Phase 1: Gap-Analyse & Strategie (Q1–Q2 2026)
Was muss geklärt werden
Welche Produktgruppen sind DPP-pflichtig und wann?
Welche Daten gibt es? Wo sind die Lücken?
Können ERP/PIM die Anforderungen erfüllen?
Ownership Zuordnung
Das machen wir bei Exxeta
Gap-Analyse und Supplier Mapping: Analysieren, wo die geforderten Daten heute liegen und Bewertung welche Lieferanten die Daten liefern können
Ganzheitliche Sicht: Nicht nur IT, sondern alle betroffenen Abteilungen (Einkauf, SCM, Compliance, …)
Steering Committee etablieren und unterstützen: Klare Ownership über 12 Monate
Phase 2: Piloten & Optimierung (Q2–Q4 2026)
Was muss passieren
Ausgewählte Produktgruppe pilotieren (z. B. Batterien oder Eigenmarken)
Daten strukturieren, validieren, standardisieren
Lieferanten-Integration aufbauen (APIs, Supplier-Portale)
IT-Infrastruktur (PIM, APIs, QR-Codes, GS1) für die DPP-Anforderungen erweitern
Das machen wir bei Exxeta
Strukturierter Pilot-Ansatz: 50 bis 200 SKUs, optimiert für schnelle Learnings
Lieferanten-Onboarding: Enge Zusammenarbeit mit kritischen Lieferanten, Datenaustauschmechanismen aufbauen
Datenstrukturierung & Validierung: Alle erforderlichen DPP-Daten sammeln, standardisieren, gegen Anforderungen validieren
IT-System-Setup: PIM-Integration, API-Aufbau, QR-Code-Generierung, GS1-Standard Integration
Phase 3: Skalierung & Go-Live (Q4 2026 – Q1 2027)
Was muss passieren
Roll-out Steuerung auf weitere Produktgruppen & Lieferanten
IT-Systeme skalieren und auf GoLive vorbereiten (Performance, Fehlerbehandlung, Monitoring)
Behördenschnittstellen (GS1-Register, EU-Plattformen) vorbereiten
Go-Live vor 18.02.2027
Das machen wir bei Exxeta
Cross-Funktionales Change-Management: Scrum-Master & Product-Owner führen unternehmensweite Prozessoptimierung skalierend durch
IT-Skalierung & Produktionsreife: API-Optimierung, Monitoring, Sicherheit & Testmanagement vor dem GoLive

Consumer Goods & Retail End-to-End
»Die Herausforderung ist nicht der Digitale Produktpass an sich, sondern die heterogene Datenlandschaft, nicht gelebte Standards und komplexe Schnittstellen in der bestehenden IT‑Infrastruktur.«
- Gunilla Kollotzek, Lead Consultant Digitale Transformation
Jetzt strategisch aufstellen: agieren statt reagieren
Der Digitale Produktpass ist mehr als ein regulatorisches To-do. Er ist ein Weckruf für eine datenbasierte, nachhaltige und zukunftssichere Produkt- und Unternehmenssteuerung. Wer jetzt beginnt, profitiert gleich doppelt: von effizienteren Prozessen heute und von Rechtssicherheit und Marktzugang morgen.
Unternehmen entscheiden jetzt, ob sie den DPP als Innovationshebel nutzen oder zum Risikofaktor degradieren. Organisationen, die frühzeitig auf Datenstrategien, moderne IT-Architekturen und cross-funktionale Umsetzung setzen, gewinnen entscheidende Vorteile – in der Compliance, aber auch in der Kundenbindung, Nachhaltigkeitskommunikation und operativen Effizienz.
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Jonas Bauch
Consultant • OMNI Potentials
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