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fliegende Bildschirme mit Auszügen der Studie

Studie: Digitale Souveränität wird zur Kernfrage

Digitale Souveränität ist kein Buzzword mehr, sondern inzwischen Business-Realität. Das zeigt unsere neue Studie „Digitale Souveränität – Vom Risiko zur Resilienz“, die wir gemeinsam mit Lünendonk und weiteren Partnern umgesetzt haben. Für die Studie wurden 155 IT- und Business-Verantwortliche in der DACH-Region befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Digitale Souveränität wird zur Kernfrage für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Compliance.

Vom Risiko zur strategischen Steuerungsgröße 

Digitale Souveränität bedeutet vor allem eines: bewusste Kontrolle über Daten und Systeme. Bereits heute ist digitale Souveränität für 93 Prozent der befragten Unternehmen ein relevantes Thema. Und 96 Prozent gehen davon aus, dass das Thema in den kommenden drei Jahren weiter an Bedeutung gewinnt, auch wenn sich geopolitische Herausforderungen wieder entspannen sollten. 

Größte Treiber von digitaler Souveränität: 

  • Reduktion von Abhängigkeiten in der IT-Lieferkette (95 Prozent) 

  • Stärkung der Resilienz in Krisenzeiten (94 Prozent) 

  • Schutz vor unkontrollierbarem Datenabfluss und extraterritorialen Zugriffen (93 Prozent) 

  • Umsetzung regulatorischer Anforderungen (93 Prozent)

Cloud ja, aber bitte auch souverän

Die Diskussion um digitale Souveränität wird oft binär geführt: Hyperscaler oder europäischer Anbieter? Die Praxis ist differenzierter. Neun von zehn Unternehmen nutzen mindestens einen Hyperscaler. Gleichzeitig planen 89 Prozent, Workloads stärker auf europäische Cloud-Anbieter oder souveräne Cloud-Modelle zu verteilen. Eine vollständige Abkehr von der Cloud steht jedoch bei keinem der Unternehmen zur Debatte. Statt „Cloud oder nicht Cloud?” lautet daher die entscheidende Frage: Welches Cloud-Modell bietet den passenden Grad an Kontrolle? 

Bei geschäftskritischen Prozessen setzen die Unternehmen zunehmend auf: 

  • Souveräne Hyperscaler-Angebote mit lokalem EU-Betreiber (92 Prozent) 

  • In Deutschland ansässige IT-Dienstleister für Rechenzentren, Colocation & Managed Infrastructure (90 Prozent) 

  • Cloud-Provider aus Deutschland (82 Prozent) 

Souveräne Hyperscaler-Angebote fördern Souveränität, werden gleichzeitig aber auch kritisch betrachtet. Europäische Cloud-Anbieter gewinnen auf der anderen Seite an Akzeptanz, bleiben aber funktional im Rückstand. Die Realität bleibt deshalb hybrid: Geschäftskritische Anwendungen werden stärker abgesichert oder auf souveräne Modelle migriert. Weniger kritische Workloads verbleiben in Standard-Public-Cloud-Umgebungen.

»Digitale Souveränität ist kein Ja-oder-Nein-Label, sondern ein steuerbarer Reifegrad.«
Markus Fischer, Cloud Fellow von Exxeta

Welche Rolle spielen die folgenden Anbietermodelle mit Blick auf die kommenden drei Jahre bei geschäftskritischen Prozessen / sensiblen Daten?

Anspruch hoch, Umsetzung komplex 

So klar die strategische Richtung ist, so zeigt die Studie wie anspruchsvoll die Umsetzung bleibt: 

  • 65 Prozent sehen ihre IT-Landschaft als hochkomplex, wodurch Veränderungen mit erheblichem Aufwand verbunden sind 

  • 91 Prozent kämpfen mit hohen Wechselbarrieren bei bestehenden Providern 

  • Nur 14 Prozent verfügen über sehr ausgereifte Exit-Strategien 

Digitale Souveränität ist ein Transformationsvorhaben, das Unternehmen aus mehreren Perspektiven angehen müssen. Gleichzeitig wird sie zunehmend zum externen Nachweiskriterium, denn 70 Prozent der Befragten mussten bereits gegenüber Kunden, Banken oder Versicherungen ihre Souveränitätsfähigkeiten belegen. 92 Prozent erwarten, dass diese Anforderungen sogar weiter steigen.

Wie stark fordern Ihre Organisation die folgenden Aspekte beim Aufbau von mehr digitaler Souveränität heraus?

Digitale Souveränität entscheidet über Handlungsfähigkeit

Digitale Souveränität entwickelt sich zur strategischen Leitgröße moderner IT- und Geschäftsmodelle. Auch die meisten Unternehmen haben das inzwischen erkannt. 86 Prozent der Befragten halten höhere Investitionen in souveräne Lösungen für sinnvoll – selbst wenn diese kurzfristig teurer sind. Die Begründung: Die Opportunitätskosten nicht-souveräner Modelle sind langfristig höher.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Das Bewusstsein ist vorhanden, der Transformationsbedarf ebenso. Zwischen strategischem Anspruch und operativer Umsetzung liegt jedoch ein anspruchsvoller Weg, der Transparenz, Priorisierung und klare Verantwortlichkeiten erfordert. Wer allerdings digitale Souveränität heute strukturiert angeht, sichert sich morgen strategische Handlungsfähigkeit. 

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