-
IReF wird ab 2029 verpflichtend und markiert den Wechsel von aggregierten zu granularen Meldedaten.
-
BIRD liefert bereits heute Orientierung, weil es als Hilfsframework zeigt, wie eine konsistente Datenbasis für IReF aufgebaut werden kann.
-
Viele bestehende Meldeprozesse sind zu manuell oder zu fragmentiert für ein integriertes Reporting. Institute müssen ihre Datenflüsse deshalb konsequent modernisieren.
-
Ab 2026 beginnt die Konzeptions- und Implementierungsphase – wer früh beginnt, minimiert Risiken in der Pilotphase und meistert die Umstellung ohne operative Überlastung.

IReF: Paradigmenwechsel im europäischen Meldewesen
Ab 2029 gilt in Europa ein neuer Standard im Meldewesen: das Integrated Reporting Framework (IReF) des Europäischen Systems für Zentralbanken (ESZB). Für Banken ist das mehr als ein IT-Projekt, es geht um eine strategische Neuausrichtung von Datenhaushalt, Governance und Reporting.
TL;DR
Warum jetzt ein echter Wandel bevorsteht
Das heutige Meldewesen in der Bankenbranche ist ein komplexes Geflecht aus Einzelmeldungen, inkonsistenten Datenmodellen und unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Behörden. Viele Institute arbeiten mit historisch gewachsenen Strukturen, die über Jahre ergänzt, erweitert und gepflegt wurden – aber kaum als Gesamtarchitektur gedacht sind.
Mit dem Integrated Reporting Framework (IReF) will das ESZB genau dieses Problem lösen. Die regulatorische Anforderung, die aus der statistischen Berichtspflicht der EZB resultiert, soll das Meldewesen für Banken in eine neue Ära führen: weg von parallelen Schnittstellen und unterschiedlichen Begriffswelten, hin zu harmonisierten Formaten, standardisierten Datenmodellen und einem deutlich höheren Automatisierungsgrad.
Das Ziel ist klar: Daten sollten konsistenter werden, Validierungen präziser, Prozesse effizienter. Und langfristig sollen Mehrfachmeldungen wegfallen – ein Schritt, der nicht nur die Komplexität reduziert, sondern auch spürbar Ressourcen spart.

Was steckt hinter IReF und BIRD?
Integrated Reporting Framework (IReF)
Das IReF soll künftig das statistische Meldewesen in der Eurozone vereinheitlichen. Die Idee dahinter ist einfach: Statt vieler unterschiedlicher Meldestrecken liefern Banken künftig eine gemeinsame, harmonisierte Datensammlung, die fachlich klar definiert und digital weiterverarbeitbar ist. Die verpflichtende Einführung ist für das vierte Quartal 2029 geplant.
Banks Integrated Reporting Dictionary (BIRD)
BIRD ist ein optionales Hilfsframework, das Banken bei der Vorbereitung auf IReF unterstützt. Im Kern handelt es sich um ein gemeinsames Datenmodell, das präzise festlegt, welche Informationen Banken liefern müssen, wie diese Daten definiert sind und in welcher Struktur sie bereitgestellt werden sollen. Es beschreibt also nicht nur einzelne Felder, sondern auch deren Bedeutung, Beziehungen und Herkunft. Für Institute schafft das eine verbindliche Grundlage: weniger Interpretationsspielraum, weniger individuelle Übersetzungslogiken und deutlich geringere Risiken beim Mapping.
Gleichzeitig ermöglicht BIRD, Daten einmal sauber aufzubereiten und anschließend für verschiedene Meldungen automatisiert weiterzuverarbeiten. Genau deshalb gilt BIRD als zentraler Baustein, um die Datenqualität und Effizienz im IReF-Kontext langfristig zu sichern.

Du brauchst Unterstützung bei der Umsetzung von IReF? Dann wende dich an unsere Fachexperten.
Wie IReF und BIRD zusammenwirken: der Weg in ein integriertes Meldewesen
IReF bildet einen zentralen Baustein für eine langfristige Zielsetzung der europäischen Aufsichts- und Statistikbehörden: ein integriertes Meldewesen, in dem statistische, aufsichtsrechtliche und resolutionsbezogene Meldungen perspektivisch in einer einzigen Plattform zusammenlaufen. Dieses Vorhaben, auch als Integrated Reporting System (IRS) bezeichnet, ist derzeit noch kein verbindlicher Standard, sondern eine strategische Projektidee innerhalb des ESZB. Die erfolgreiche Einführung von IReF und die Etablierung von BIRD gelten jedoch als entscheidende Meilensteine auf dem Weg dorthin – sie schaffen die technische und fachliche Basis, auf der ein durchgängiges, harmonisiertes Meldewesen überhaupt möglich wird.

IReF-Timeline: Was müssen Banken bis zur Meldepflicht tun?
Die Europäische Zentralbank (EZB) hält nach der Roadmap-Aktualisierung vom 4. Dezember 2024 am Starttermin für die verbindliche IReF-Meldepflicht im vierten Quartal 2029 fest. Die technischen Detailvorgaben werden zwar erst in der ersten Hälfte 2026 erwartet. Der strategische Zeitdruck bleibt jedoch bestehen, denn bereits ab Ende 2028 ist eine einjährige Pilotphase vorgesehen. Diese Phase ist nicht nur ein technischer Probelauf, sondern der Moment, in dem sichtbar wird, ob die neue Meldearchitektur tragfähig ist – fachlich wie organisatorisch.
Der eigentliche Umbau muss deutlich früher stattfinden. Zwischen Anfang 2026 und Ende 2028 läuft die entscheidende Vorbereitungsphase, in der Banken ihre bestehenden Strukturen auf den Prüfstand stellen müssen. Dazu gehören die Analyse der bisherigen Meldeprozesse, die Anpassung der IT-Systeme, der Aufbau geeigneter Governance- und Rollenmodelle sowie die Sicherstellung einer belastbaren, standardkonformen Datenqualität. Erst wenn diese Grundlagen stimmen, kann die neue Architektur nach den IReF-Vorgaben stabil in den Betrieb überführt werden.
In der Praxis bedeutet das vor allem drei Dinge:
Banken müssen frühzeitig beginnen, ihre Meldeprozesse und IT-Landschaften umfassend zu analysieren und neu auszurichten.
Datenmanagement, Systemintegration und Governance müssen gemeinsam gedacht und an den künftigen IReF-Standard angepasst werden.
Während der parallelen Meldephase entstehen doppelte Aufwände in der Datenaufbereitung und -lieferung, die nur mit ausreichendem Automatisierungsgrad und klaren Verantwortlichkeiten beherrschbar sind.
Wer die Vorbereitungen konsequent angeht, profitiert langfristig von einem deutlich effizienteren, standardisierten und weniger redundanten Meldewesen.

Welche Herausforderungen kommen durch IReF auf Banken zu?
Die Einführung von IReF bedeutet für Banken nicht nur eine technische Anpassung, sondern eine tiefgreifende Veränderung von Datenhaushalt, Rollenmodellen und Reporting-Architektur. Viele Institute stehen vor der Aufgabe, historisch gewachsene Systeme und Prozesse so weiterzuentwickeln, dass sie eine konsistente, granulare und automatisierte Datenlieferung überhaupt ermöglichen.
Vier Bereiche stehen dabei besonders im Fokus:
„IReF wirkt wie ein Katalysator: Es zwingt zur Modernisierung – und eröffnet genau dadurch neue Effizienzpotenziale.“
IReF-Umsetzung: So gelingt der Einstieg in die Transformationsphase
Die Umsetzung von IReF sowie des optionalen BIRD-Frameworks sind anspruchsvoll und erfordern einen ganzheitlichen Ansatz. Es reicht nicht, einfach Datenformate anzupassen oder Systeme zu erweitern. Entscheidend ist, dass Institute frühzeitig beginnen ihre IT-Landschaft auf den neuen Standard im Meldewesen auszurichten. Nur wenn die IT‑Strategie die langfristigen Anforderungen an Skalierbarkeit, Automatisierung und Schnittstellenharmonisierung berücksichtigt, kann die Transformation nachhaltig und effizient gelingen.
Unser Ansatz:
Strategieentwicklung: Wir erarbeiten eine nachhaltige IT-Strategie, die eine langfristig tragfähige Plattform, flexible Datenarchitektur und zukunftsorientierte Innovationsfähigkeit sicherstellt.
Readiness‑Check: Wir analysieren Ist‑Prozesse, Datenhaushalt, Governance, Systemlandschaft und identifizieren Lücken, Risiken und Abhängigkeiten.
BIRD‑Alignment: Wir gleichen dein Datenmodell mit BIRD ab und entwickeln konsistente Mappings und definieren Validierungsregeln.
Architektur‑Design: Wir gestalten eine zukunftsfähige Daten- und IT-Architektur, die der zukünftigen Regulatorik entspricht – von harmonisierten Schnittstellen bis zur zentralen Datenhaltung.
Pilotvorbereitung: Wir sichern Datenqualität, führen Testabläufe durch und machen deine Fachbereiche mit der IReF-Logik vertraut.
Go‑Live‑Begleitung: Wir begleiten im Parallelbetrieb, unterstützen beim Troubleshooting und optimieren Prozesse iterativ.
Unsere Mission: Banken sicher und effizient in die IReF-Ära führen
Wir begleiten Financial Services seit Jahren dabei, regulatorische Anforderungen mit stabilen Datenstrukturen und einer zukunftsfähigen IT-Architektur zusammenzubringen. Mit IReF gewinnt genau dieses Zusammenspiel an Bedeutung – und genau hier setzen wir an: mit einem Ansatz, der regulatorisches Fachwissen und moderne Technologie verbindet.
Ob Readiness-Check, BIRD-konformes Datenmodell oder der Aufbau einer integrierten Reporting-Architektur: Wir unterstützen dich dabei, frühzeitig Klarheit zu gewinnen, Risiken zu reduzieren und die Chancen eines modernen, effizienten und zukunftssicheren Meldewesens auszuschöpfen. Für Banken ist IReF der Moment, Reporting nicht nur anzupassen, sondern grundsätzlich zukunftsfähiger auszurichten.
Folge uns auf LinkedIn, um up-to-date zu bleiben
Spotlight
Get in Touch

Roman Bucnev
Senior Consultant Landes- und Förderbanken
+49 160 93445889


