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AI that works

KI-gestützte Legacy-Migration für Real Garant

Wie Exxeta 1,6 Millionen Zeilen Legacy-Code mittels KI in unter 18 Monaten modernisiert.
#Modernisierung #Datenmigration
Ein fahrendes Auto durchquert einen Tunnel.

Unser Impact

  • KI-gestützte Migration von RPG zu Java 

  • Hybrid-Cloud-Architektur auf AWS mit OpenShift 

  • 30–60 % effizienter als rein manuelle Neuentwicklung 

Die Challenge

Viele Unternehmen kennen die Situation: Das Kernsystem läuft und das seit Jahrzehnten. Aber es basiert auf einer Technologie, die kaum noch jemand beherrscht. So auch bei Real Garant, ein Kfz-Versicherungsunternehmen und Tochter der Zurich-Gruppe. Das zentrale Produktsystem GIVIT läuft seit 25 Jahren und wird zum Managen von Anschlussgarantien genutzt. Aber es basiert auf einer IBM-Hostumgebung, programmiert in RPG. Einer Sprache, die im Finanzbereich einst weit verbreitet war, für die heute aber immer weniger Entwickler:innen verfügbar sind. 

Weiße Strichzeichnung auf schwarzem Hintergrund: Eine Person beugt sich über einen aufgeklappten Laptop und drückt mit beiden Händen auf die Tastatur.

Die Konsequenzen sind spürbar: 

  • Jede Codeänderung ist teuer, da Entwickler:innen oft aus dem Ruhestand reaktiviert werden müssen. 

  • Systemanbieter entwickeln Speziallösungen, nur um das System überhaupt am Laufen halten zu können. 

  • Neue Features? Kaum möglich durch den eng verzahnten Code. 

  • KI-Integration? Nicht denkbar. Auf einem veralteten Backend lässt sich moderne Technologie kaum sinnvoll aufbauen.

Weiße Strichzeichnung auf schwarzem Hintergrund: Eine Person steht links neben einer Mauer und wirft eine Bombe mit Code-Symbol darauf. Rechts steht eine zweite Person mit in die Seite gestemmten Händen und skeptischem Blick.

Der Worst Case – auf dem Papier 

Das Projekt hat in der Theorie alles, was eine Migration schwierig macht: 

  • 1,6 Millionen Zeilen RPG-Code auf einer AS400-Plattform 

  • Keine Modularisierung

  • Es gibt keine abgrenzende Tests für das Verhalten des bestehenden Codes 

  • Keine Dokumentation, der Quellcode ist die einzige Source of Truth – alles muss per Reverse Engineering erschlossen werden 

Eine Standard-Migration unter diesen Bedingungen war bisher sehr kostspielig und ein Langzeitprojekt. Wir wollen es mithilfe von Künstlicher Intelligenz in unter 18 Monaten schaffen.

Die Lösung

Wir haben einen anderen Weg gewählt. Statt teurer Spezialisten setzen wir auf KI-Agenten – unter anderem auf Basis moderner Code-Analyse-Modelle. Das Ergebnis: Java-Entwickler:innen können sauberen, wartbaren Code produzieren, ohne selbst RPG zu beherrschen. Die KI übernimmt die Analyse, das Verständnis – und die Entwirrung. 

Unser Ansatz funktioniert in drei Schritten: 

Stilisierte Browseransicht mit der Überschrift „Decompose“. Darunter stehen drei Schaltflächen mit den Beschriftungen „Extract“, „Analyse“ und „Infer“.

Schritt 1:
Decompose – Den Spaghetti-Code digital klären 

Bevor eine Zeile neuer Code geschrieben wird, erschließt die KI das bestehende System systematisch: 

  • Automatisierte Logik-Extraktion: KI-Analysen identifizieren Geschäftslogik, Subprozeduren und Datenbankzugriffsmuster direkt aus dem RPG-Code. 

  • Knowledge Graph: Implizites Wissen wird in eine strukturierte, navigierbare Form überführt – Abhängigkeiten und Entitäten werden sichtbar. 

  • Kontext-Anreicherung: Externe Quellen wie Jira, Confluence und Git vervollständigen das digitale Bild des Systems. 

Stilisierte Browseransicht mit der Überschrift „Transform“. Darunter befinden sich drei Schaltflächen mit den Beschriftungen „Design“, „Translate“ und „Validate“.

Schritt 2:
Transform – Neugeburt statt Übersetzung 

Kein 1:1-Transpiling. Stattdessen eine echte technologische Transformation: 

  • Bottom-Up: Die KI startet an den tiefsten Verschachtelungen der Aufrufketten – um redundante Übersetzungen zu vermeiden. 

  • Semantische Übersetzung: Variablennamen und Funktionen werden nicht einfach übernommen, sondern in standardisiertes, englisches Business-Java überführt. 

  • Automatische Modularisierung: Aus prozeduralem RPG-Code entstehen moderne, objektorientierte Java-Strukturen – mit sauber getrennten Entities, Repositories und Services. 

Stilisierte Browseransicht mit der Überschrift „Synthesize“. Darunter befinden sich drei Schaltflächen mit den Beschriftungen „Package“, „Test“ und „Deploy“.

Schritt 3:
Synthesize – Integration in die Zielarchitektur 

Die Ergebnisse fließen in ein zukunftssicheres Design: 

  • Hexagonale Architektur: Geschäftslogik und Infrastruktur sind strikt voneinander getrennt – nach dem Ports-and-Adapters-Prinzip. 

  • Human-in-the-Loop: Erfahrene Entwickler:innen validieren den KI-Output in Quality Gates, bevor er in die CI/CD-Pipeline fließt. 

  • Hybrid-Cloud-Betrieb: Die neue Anwendung läuft auf AWS mit OpenShift (ROSA), während die DB2-Datenbank zunächst noch auf der AS400 verbleibt – Altsystem und neue Applikation laufen parallel. 

Die Backend-Migration ist dabei Teil einer umfassenden Transformation: Bis 2030 soll der gesamte Technologiestack von Real Garant modernisiert werden – von der Hostumgebung in die Cloud, von monolithischen Strukturen zu Microservices, von Altsystemen zu Technologien, für die sich immer Entwickler:innen finden. 

Stilisierte Browseransicht mit einer Checkliste. Vier Punkte sind abgehakt: „fast“, „efficient“, „scalable“ und „future-proof“.

Das Unmögliche – projektierbar gemacht 

Das Projekt zeigt, was mit KI heute anders möglich ist. Nicht weil sie Code automatisch schreibt. Sondern weil sie die Barriere des Nicht-Verstehens überwindet – und Entwicklerteams befähigt, Systeme anzufassen, die sie vorher nicht hätten anfassen können. 

  • Unter 18 Monate bis zur Produktivität – trotz 1,6 Millionen Zeilen unmodularisiertem Legacy-Code 

  • 30–60 % effizienter als rein manuelle Neuentwicklung 

  • Skalierbar: Das modernisierte System trägt 52 Mandanten in 25 Ländern 

  • Zukunftsfähig: KI-Integration wird erstmals möglich – auf einem sauberen, wartbaren Backend 

Das Prinzip ist nicht auf Versicherungen beschränkt. Überall dort, wo historisch gewachsene Systeme auf RPG, COBOL, Cold Fusion oder anderen Legacy-Sprachen basieren, entsteht dieselbe Herausforderung: Das System läuft – aber es kann nicht mehr verändert werden. Und irgendwann läuft es nicht mehr. 

 


What the experts say

  • »Unsere Ausgangslage war klar: ein System, das läuft – aber nicht mehr veränderbar ist. Gemeinsam mit Exxeta haben wir einen Weg gefunden, den wir alleine nicht gegangen wären. Der KI-gestützte Ansatz hat nicht nur die Geschwindigkeit der Migration verändert, sondern auch, was für uns überhaupt möglich ist. Wir modernisieren nicht nur Code – wir schaffen die Grundlage für alles, was als Nächstes kommt.«
  • »Der Gewinn, den wir aus der KI rausbekommen: Ich brauche nur noch gute Java-Entwickler:innen. Die können mit KI-Support hinreichend RPG verstehen, um etwas Neues zu produzieren – ohne die Sprache von Grund auf gelernt zu haben. Wir können Code-Basen, die wir technologisch eigentlich nicht beherrschen, beherrschbar machen und in etwas Modernes heben.«

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