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IT-Maßnahmen in der Rezession

Die IT ist in Unternehmen wertschöpfender denn je. Umso wichtiger ist es, jetzt mit den richtigen Maßnahmen durch die Rezession zu steuern.

Was tun, wenn der Rotstift nicht mehr schreibt? 

Wenn sie nicht schon da ist, stehen zumindest die Zeichen auf Rezession. Und wenn CIOs vielleicht noch nicht über die Auswirkungen der Wirtschaftsflaute nachdenken, tun es CEOs und CFOs garantiert: Wird es diesmal wieder helfen, den IT-Rotstift anzusetzen? 

Klar: Die IT macht einen beträchtlichen Teil der Betriebsausgaben und Kapitalinvestitionen aus. Klar ist aber auch, dass sie heute der Transformationsmotor ist und bei Treibstoffmangel Digitalisierungsrückstand droht. Viele Unternehmen wissen das und setzen digitale Transformationsinitiativen und die Cloudmigration ganz oben auf ihre Krisenagenda. Das treibt bei allem Gegenwind auch die Investitionen, wie Gartner es voraussagt: 

  • Die globalen IT-Ausgaben werden sich auf 4,6 Billionen US-Dollar im Jahr 2023 belaufen, was einem Anstieg von 5,1 % gegenüber 2022 entspricht. 

  • Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach IT im Jahr 2023 stark sein wird, da Unternehmen als Reaktion auf die wirtschaftlichen Turbulenzen digitale Geschäftsinitiativen vorantreiben.

  • Dabei verlagern sich die Ausgaben weiterhin in Cloud-Optionen, wie das für 2023 prognostizierte Wachstum von 11,3 % für Software zeigt.

Andere Flautenfragen, andere Antworten!

Die Antwort auf bisherige Rezessionen lautete stets: Wir lagern unsere IT so weit es geht aus, betreiben sie so günstig wie möglich und fahren nach der Krise alles wieder hoch. Heute wäre das ein großer Fehler: Wer das Unternehmenskernstück aus der Hand gibt und digitale Transformationsvorhaben abrupt stoppt, spart vielleicht kurzfristig Geld, verbaut sich aber mittel- und langfristig Wettbewerbsvorteile. 

Denn die IT kann eine proaktive Rolle für Innovation einnehmen. Dafür muss sie jedoch raus aus der Verwaltungsecke. Das geht durch gezielte Weiterentwicklung und ein neues Selbstverständnis der IT als Innovationstreibende, wie auch unsere neue Gemeinschaftsstudie „Pathfinder – Business Innovation in Times of Consolidation“ herausfand, in der wir über 100 Führungskräfte aus Innovationseinheiten befragt haben.

Momentan herrscht in der IT ein großer Fachkräftemangel, der bleiben wird. Wer seine Talente jetzt nicht sichert oder gar neue gewinnt, wird es umso schwieriger haben, nach der Rezession wieder Fahrt aufzunehmen. Dazu kommt das angeknackste Arbeitgebendenimage, dass auch Konzernen wie Meta oder Amazon nach ihren Entlassungwellen droht.

Dabei sind die Voraussetzungen besser denn je: Den Unternehmen stehen viel mehr digitale Tools und Ressourcen zur Verfügung, als es während vergangener Rezessionen der Fall war. Ihr Einsatz ermöglicht es, die Kosten zu senken und gleichzeitig die aktuellen und zukünftigen Anforderungen von Kunden:innen und Mitarbeitenden zu erfüllen. Aber wie kann das gelingen?

So steuert die IT sicher durch die Rezession

1. IT-Systeme entschlacken

In den letzten Jahren galt eine ungehemmte Wachstumsprämisse: Features wurden inflationär entwickelt und Systeme aufgebläht. Spätestens jetzt ist die Kehrtwende gefragt: Auf allen Ebenen gilt es, die eigenen Businessprozesse zu analysieren und zu entscheiden, wie man sie mit möglichst schlanken IT-Systemen unterstützen kann. Wie man operative Exzellenz für mehr Agilität und Effizienz erreicht und gleichzeitig eine Kultur etabliert, in der sich ITler:innen fürschlanke Prozesse engagieren.

Dabei sollte auch ein Shift vom Kauf neuer Technologien oder der Entwicklung neuer Features zur Zusammenfügung vorhandener Technologien erfolgen, um spezifische Geschäftsanforderungen zu erfüllen. Diese Verlagerung ist dann die Basis für das Wachstum von Cloud- gegenüber On-Premises-IT-Ausgaben.

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"Features wurden in den letzten Jahren inflationär entwickelt. Jetzt ist die Kehrtwende gefragt."

Christina Albrecht, Senior Lead Coach Transformation

2. Cloudifizierung starten

Sind die IT-Systeme entschlackt, geht es mit schlanken Workloads in die Cloud. Das kostet zwar etwas Zeit, aber das Einsparpotenzial ist deutlich größer als der beim Outsourcing übliche Lift & Shift, bei dem Geschwindigkeit der Maßstab ist. 

Dabei schafft die Cloudifizierung zum einen das Potenzial, die Auswirkungen steigender Energiekosten zu verringern. Zum anderen schaffen die neu gewonnene Flexibilität und Skalierbarkeit die Fähigkeit zur Adaption, die gerade in Krisenzeiten so wichtig ist. In einer Rezession ist es zudem von Vorteil, Cash zu haben. Und indem der Cloudumzug fixe Kapitalausgaben in dynamische Betriebskosten wandelt, hilft die IT-Abteilung dem Unternehmen dabei, die Liquidität zu wahren.

Anders als beim kompletten Outsourcing via Managed Service Provider behält man die Orchestrierung der IT und damit alle Fäden in der Hand. Man spart sich eine Schnittstelle zum Dritten, braucht aber nach wie vor internes Know-how, weshalb auch der nächste Punkt entscheidend ist. 

3. Fachkräfte sichern

In der Rezession gleicht es einem Balanceakt: Beim Entschlacken der IT-Systeme (Wo)manpower durch Automatisierung einsparen und diese gleichzeitig für kommende Herausforderungen wie die Cloudifizierung wappnen.

Wer dabei das Gleichgewicht halten will, sollte seine eigenen Leute zertfizieren und upskillen, anstatt sie zu entlassen. Dafür braucht es Aufstockungen in den meisten Konzernbudgets für die Weiterenticklung von IT- und Innovationsthemen. Die Kernexpertise sollte unbedingt im eigenen Unternehmen bleiben und auch ein Einstellungsstopp darf nicht zur Debatte stehen.

Dafür braucht es durchsetzungsstarke CIOs, die es zumindest schaffen, die eigene Manschafft stabil zu halten. Und wenn es brennt, kann die interne Werkbank immer noch mit externen Dienstleister:innen wie Exxeta oder Freelancern:innen verlängert werden. 

„Mehr denn je gilt es, IT-Systeme zu entschlacken, Workloads in die zu Cloud zu migrieren und Talente im Unternehmen zu halten.“

Mit Site Reliability Engineering durchstarten? 

Um herauszufinden, welche IT-Hebel am meisten bewirken, gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist das von Google entwickelte Site Reliability Engineering (SRE), welches für schlanke, resiliente und vor allem „observable“ IT-Systeme sorgt. 

Die Rezession birgt die einmalige Möglichkeit, mit neuem Antrieb technologische, prozessuale und organisatorische Entschlackung zu schaffen. Das hilft, im kommenden Jahr die Dinge so auszurichten, dass Unternehmen trotz Fachkräftemangel wieder wertorientiert wachsen.  

Dafür braucht es nicht nur eine moderne IT-Landschaft, sondern auch einen Überblick über Business- und IT-Capabilities. Mit SRE erreichen Unternehmen diese „Oberservability“ der Anwendungslandschaft und steuern Engpässe bewusst. Das ermöglicht wertgenerierende Hypothesen abzuleiten, umzusetzen und damit stark aus der Krise hervorzugehen. 

Gemeinsam die Fäden in der Hand behalten

In der aktuellen Rezession geht es mehr denn je darum, zu hinterfragen, was die wirklich wichtigen Themen sind und diese dann deutlich leichtfüßiger anzugehen. Oder anders ausgedrückt: Die Unternehmen, die es jetzt schaffen, ihre IT aufzuräumen anstatt auszulagern, werden gestärkt aus der Rezession hervorgehen und Wettbewerbsvorteile durch die proaktive Rolle der IT in der Innovation genießen. 

Abwarten ist keine Option: Es gilt, IT-Systeme jetzt zu entschlacken, in die Cloud zu migrieren und Talente im Unternehmen zu halten. Dafür müssen sich CIO, CFO und CEO an einen Tisch sitzen und eine Strategie entwickeln. Das gemeinsame Motto könnte lauten: Wenn wir jetzt nicht kurzfristig investieren, besteht das Risiko, mittelfristig ins Hintertreffen zu geraten und langfristig nicht mehr da zu sein.

Du möchtest wissen, wie über 100 Führungskräfte die Rolle der IT in der Rezession einschätzen?

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