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Wie berechne ich die Zukunft?

Mit Künstlicher Intelligenz ein Stück zur Energiewende beitragen. Das ist nur eine Aufgabe von Franziska Deutschmann. Sie ist Senior Consultant für Data Science, Machine Learning Engineering und Advanced Analytics. Bei Exxeta zeigt sie Kund:innen, wie man Daten nutzbar macht und durch komplexe Modelle Prognosen über die Zukunft erstellen kann.  


Franzi, wofür schlägt dein Herz bei Exxeta

Für die Mathematik, also alles rund um Zahlen, Daten und Fakten. Konkreter: Wie kann ich aus Daten einen Mehrwert für unsere Kund:innen schaffen? Ich bin außerdem ein Mensch, dem eine ständige Weiterentwicklung sehr wichtig ist, für mich und für andere. Zusätzlich brauche ich viel Abwechslung. Das sind die Punkte, die für mich wichtig sind.

Lass uns doch bei deinem ersten Punkt starten: Mathematik, Zahlen, Daten und Fakten. Das sind Begriffe, die nicht jedem das Herz höher schlagen lassen. 

(lacht) Ja, das kann ich mir schon vorstellen. Ich habe zuerst Wirtschaftsmathematik studiert; den praktischen Ansatz des Studiums wollte ich im Master intensivieren. Bei einem Auslandsaufenthalt in Kalifornien habe ich gesehen, wie stark dort die statistische Theorie mit der Praxis verknüpft wird. Diesen Weg wollte ich weitergehen und habe mich dann mit Zeitreihenanalysen beschäftigt: Aus historischen Daten zukunftsgerichtete Prognosen erstellen. Während meiner Promotion konzentrierte ich mich schwerpunktmäßig auf Simulationen. Sie sind vom Grundgedanken ja auch nichts anderes als Vorhersagen. Beides bildet jetzt einen großen Teil meiner aktuellen Arbeit.

Wie wichtig ist dir die Praxis in deiner Arbeit?

Sehr wichtig! Ich möchte meine Arbeit auch so gestalten, dass ich sie anderen erklären kann. Ich arbeite viel im Bereich Künstliche Intelligenz. Wenn man dies Menschen erklärt, reagieren sie häufig sehr abwehrend: Das sei eine Blackbox. Ein böser Roboter, der die Macht ergreift. Ich finde es wichtig, zu erklären, dass es diesen bösen Roboter nicht gibt.

Dass die Algorithmen dahinter einer Logik folgen. Menschen haben immer so lange Angst vor KI, bis sie sie selbst nutzen. Wir verwenden KI schließlich im Navigationssystem, im Smartphone oder sogar im Rasenmäher. Ein Produkt ist nur so lange die große Unbekannte AI, bis Verbraucher:innen es einmal gekauft haben. Ab dann ist es ein Teil des Alltags, das mit seinen Funktionen vielleicht sogar einiges erleichtern kann. 

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Du bist seit April 2022 bei Exxeta. Schon eingelebt?

Ja, aber ich lerne viel Neues. Nicht nur thematisch, auch in der Projektbegleitung. Hier bist du von Anfang bis zum Ende bei einem Projekt dabei; du begleitest die Kund:innen komplett bis zur Umsetzung. 

Wie sieht deine Arbeit in der Praxis aus?

Ein Beispiel: Wir haben einen Kund:innen aus dem Bereich erneuerbare Energien. Wir helfen gerade dabei, das Geschäftsmodell zu skalieren. Da gehört alles dazu, eben auch die Datenanalyse. Das ist dann mein Part: Gerade wenn man mit Wind oder Solar arbeitet, merkt man, wie wichtig eine zuverlässige Prognose ist. Dann ist die Mathematik plötzlich gar nicht mehr trocken, sondern bietet einen echten Mehrwert.

Wie sieht das konkret aus?

Zu Beginn stehen die Daten. In diesem Falle sind es die Windverhältnisse der vergangenen Tage, Wochen oder Jahre. Wir wollen dann anhand der zusätzlichen Informationen wissen, die wir über die Anlagen haben, wie viel Energie erzeugt werden kann. Im Detail nutzen wir Machine Learning Modelle, füttern sie mit all diesen Informationen und prognostizieren dann, wie viel Strom produziert wird.

Kern meiner Arbeit ist also ein Muster aus der Vergangenheit auf die Zukunft zu übertragen. Wir können so die langfristige und kurzfristige Effektivität solcher Anlagen vorhersehen. Wir wollen also die Frage beantworten, wie viel Energie die Anlagen bei bestimmten Windverhältnissen innerhalb der kommenden Stunden erzeugen können. Diese Information hilft, um die kurzfristige Auslastung der Netze vorherzusagen. Und langfristig, um zu untersuchen, ob sich der Bau bestimmter Anlagen in ausgewählten Gebieten überhaupt lohnt. Damit tragen wir auch einen kleinen Teil zur Energiewende bei. 

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"Ich übertrage Muster aus der Vergangenheit auf die Zukunft."
Franziska Deutschmann

Ich würde gerne zu deinem zweiten Herzschlag-Thema kommen: die Weiterentwicklung. Warum ist dir das so wichtig?

Weil mir sehr schnell langweilig wird. Ich mag es, mich in ein Thema einzuarbeiten. Gleichzeitig möchte ich Neues schaffen: Als Data Scientist versuchst du immer, bestehende Modelle auf eine neue Situation anzuwenden, weiterzuentwickeln und so zu einer Lösung zu kommen. Der Bereich ist sehr schnelllebig.

Was meinst du damit?

Du hast vielleicht von Dall-E gehört: eine KI, die auf Befehl Bilder erzeugen kann. Ich gebe ein: Zeige mir einen Data-Scientist mit gelbem Hut – und die KI entwirft das Bild. Dall-E hat einen Open-Source-Wettbewerber “Stable Diffusion” und von diesem wurden im Sommer kurz vor Veröffentlichung die Parameterwerte, welche die KI beschreiben, geleakt. Wir können erwarten, dass da bald viel passieren wird, weil es eine ganze Community gibt, die dieses Modell weiterentwickelt. Diese Bewegung, dass es dort immer etwas Neues gibt – das begeistert mich. 

Wie kannst du diese Begeisterung für die Arbeit anwenden?

Das geht sehr gut! Bei Exxeta sind wir ein großes Team mit vielen neugierigen Menschen. Man ist ständig im Austausch, auch außerhalb der eigenen Bubble. Man kommt in Projekte mit rein und erhält ein Verständnis für andere Bereiche. Ich lerne auch dort dazu. Und gleichzeitig kann ich mein Wissen und meinen Willen, Neues zu probieren, mit in diese Projekte bringen. 

Nimmst du dir Raum, Neues zu lernen?

Sehr aktiv sogar. Wir haben alle 14 Tage einen speziellen Termin. Es ist eine Art offener Austausch im Data Science Team: Wir sitzen eine Stunde zusammen und jeder berichtet über Blogeinträge und Artikel im Data Science Bereich, die man gelesen hat. Oder man spricht über aktuelle Herausforderungen in Projekten. Diese Offenheit hilft, über den Tellerrand zu blicken. 

Da sind wir auch schon bei deinem dritten Herzschlagthema: der Abwechslung. 

Ja, das passt auch sehr gut zu dem, was ich vorher schon gesagt habe: Ich mag es, wenn ich über einen längeren Zeitraum coden kann. Allerdings brauche ich auch die Abwechslung. Ich möchte dann mal zu Kund:innen fahren oder eine Schulung geben. Ich mag Herausforderungen. 

Und diese Abwechslung findest du im Alltag?? 

Auf jeden Fall, da fällt mir eine Sache ein, die ein klein wenig über die Kultur bei uns verrät: Kurz nach meinem Start im Frühjahr hatte mir mein Chef die Aufgabe zugeteilt, das Team-Event zu organisieren. Für mich war es ein wenig der Sprung ins kalte Wasser. Aber eben auch etwas anderes, das hat mich sehr gereizt. Ich habe das sehr gerne gemacht.

Und hat es funktioniert?

Und wie! Für mich aber war es eine super Möglichkeit, die Menschen hier bei Exxeta besser kennenzulernen. Ich hatte schnell Kontakt zu allen Standorten und alle haben mich direkt unterstützt. Wir haben dann einen kleinen Hackathon veranstaltet und eine Floßfahrt auf der Havel gemacht. Und ich konnte meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem süddeutschen Raum zeigen, wie grün und voller Natur die Umgebung von Berlin ist. 

Du zeigst Menschen gerne etwas. Du hast angesprochen, dass du Workshops und Kurse gibst?

Meine Motivation ist, Menschen etwas beizubringen. Gerade wenn es über mehrere Tage geht, merkt man, wie die Leute täglich etwas dazulernen. Blickt man zu Beginn noch in leere Gesichter, können sie am Ende des Kurses mit den Inhalten praktisch umgehen. Mein Wissen weitergeben und zeigen, wie abwechslungsreich und hilfreich die Ergebnisse von Modellberechnungen sein können – auch das lässt mein Herz höher schlagen.

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